Das Schulsystem der Tschechischen Republik

Grundschulbildung

Die obligatorische Bildung dauert 9 Jahre, gewöhnlich vom 6. zum 15. Altersjahr des Kindes. Die Grundschulen gewährleisten sie in den meisten Fällen. Das Schuljahr beginnt am 1. September und endet am 31. August des nachstehenden Jahres. Man unterrichtet 5 Tage pro Woche und eine Unterrichtsstunde dauert 45 Minuten. Einzelne Jahrgänge werden sowohl von Jungen als auch Mädchen besucht. Die Schüler werden (von den Lehrern) aufgrund der schriftlichen und mündlichen Äußerung (und der Hausaufgaben) bewertet und nach der Notenskala von 1 bis 5 klassifiziert. Die endgültige Benotung erfolgt aufgrund der im Laufe des Halbjahres erteilten Bewertungen für den Schüler. Diejenigen Schüler, die mangelnde Resultate aufweisen, müssen das betreffende Schuljahr wiederholen. Am Ende des 5. Jahrganges der Grundschule dürfen die Schüler auf ein achtjähriges Gymnasium und am Ende des 7. Jahrganges auf ein sechsjähriges Gymnasium wechseln. Die Bedingung dazu ist, eine Aufnahmeprüfung bei der jeweiligen Schule abzulegen.

Mittelschulbildung

In der Tschechischen Republik existieren drei grundlegende Typen der Mittelschulen: allgemeinbildende Mittelschule (Gymnasium), Fachmittelschule (střední odborná škola, Abk. SOŠ) und mittlere Berufsschule (střední odborné učiliště, Abk. SOU). Aufnahmebedingung für diese Schulen ist die Schulpflicht an der Grundschule abgeschlossen zu haben und den Eingangsforderungen nachzukommen.

Das Gymnasium bietet eine vollständige mittlere Allgemeinbildung an. Zum Studium, das 4 Jahre währt, melden sich die Schüler des 9. Jahrgangs der Grundschule. Es existieren allerdings auch andere Typen von Gymnasien (siehe oben). Am Ende des Studiums legen die Studenten die Abiturprüfung ab.

Die Fachmittelschule bietet gewöhnlich eine vollständige mittlere Fachbildung an. Das Studium währt 4 Jahre und wird durch das Abitur abgeschlossen. Die Fachmittelschulen bieten auch ein niedrigeres Niveau der Fachbildung (zwei- bis dreijährige Programme) an. Sie bereiten die Schüler auf Facharbeiten.

Die Mittleren Berufsschulen bieten zumeist dreijährige (in manchen Fällen auch zweijährige) Lehrprogramme, die von einer Abschlussprüfung und Erteilung des Facharbeiterbriefes gekrönt werden. Der Praxisunterricht stellt die Hälfte der Unterrichtszeit dar und ihr Ziel ist die Akquisition der manuellen Fertigkeit. Die Mittleren Berufsschulen bieten auch die durch das Abitur abgeschlossenen 4-jährigen Lehrprogramme an, die zum Erwerb einer höheren Fachqualifikation führen. Für die Absolventen der 3-jährigen Lehrprogramme ist ein Aufbaustudium möglich, das den Erwerb des Abiturs ermöglicht.

Hochschulbildung

Das tschechische Hochschulsystem kennt den Unterschied zwischen Universität und Fachhochschule nicht. Die in tschechischen Hochschulnamen vorkommenden Bezeichnungen „univerzita“(Universität) und „vysoká škola“ (wörtlich: Hochschule) werden weitgehend synonym verwendet. Das tschechische akademische Jahr unterteilt sich in Winter- und Sommersemester, die von Februar bis Juni beziehungsweise Oktober bis Februar dauern. Die Leistungen berechnen sich an fast allen Hochschulen über das European Credit Transfer System (ECTS) und sind dementsprechend international anerkannt.

Die Höhere Fachschule bietet die notwendige Qualifizierung für die Ausübung anspruchsvoller fachkundiger Tätigkeiten, die kein Universitätsdiplom benötigen. Die Bildungsprogramme dauern von 2 bis 3,5 Jahre und ihre Absolventen gewinnen den Titel              "Diplomierter Spezialist". In der Tschechischen Republik gibt es 164 Schulen dieses Typs (1/3 davon ist privat). Die Höheren Fachschulen bieten die Bildung in 200 Fächern an und ihre Studenten bezahlen ein Schulgeld.

Die Hochschulen bieten die Bildung auf drei Ebenen an: Bakkalaureus-Studienprogramme (3- bis 4-jährig), die an die Bakkalaureus-Studienprogramme gekoppelte Magister-Studienprogramme (1- bis 3-jährig) und Magister-Programme (4- bis 6-jährig). Die Bakkalaureus- und Magister-Studienprogramme sind denjenigen Bewerbern vorbehalten, die das Abitur abgelegt und die jeweiligen Eingangsforderungen inklusive der Aufnahmeprüfung erfüllt haben. Die Aufnahme in das anschließende Magister-Studienprogramm ist durch das ordnungsgemäße Abschließen des Studiums im Bakkalaureus-Studienprogramm bedingt.

Die dritte Ebene der Hochschulbildung besteht aus dem Doktor-Studium (gewöhnlich 3-jährig), das für Absolventen der Magister-Programme vorgesehen ist. Traditionelle Institutionen des Universitätstyps bieten alle Typen von Studienprogrammen an.

Die meisten Universitäten werden in Fakultäten geteilt. An öffentlichen und staatlichen Hochschulen ist das Studium in tschechischer Sprache kostenfrei.

 

 

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